Derdie Head of Sustainability – häufig auch Leiterin Nachhaltigkeit genannt – ist heute eine der strategisch wichtigsten Funktionen in Unternehmen. Die Rolle ist längst kein reines „Umweltthema“ mehr, sondern bewegt sich im Spannungsfeld von Unternehmensstrategie, Regulierung, Risikomanagement, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung. Wer diese Position innehat, gestaltet maßgeblich, wie ein Unternehmen wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung verbindet.

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Im Kern verantwortet der*die Head of Sustainability die Entwicklung und Umsetzung einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie. Das beginnt mit einer klaren Vision: Welche Rolle soll das Unternehmen in einer klimaneutralen, ressourcenschonenden und sozial gerechten Wirtschaft einnehmen? Daraus werden konkrete Ziele und Kennzahlen abgeleitet – etwa zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zur nachhaltigen Gestaltung von Lieferketten, zur Kreislaufwirtschaft oder zu Diversität und fairen Arbeitsbedingungen. Entscheidend ist dabei, Nachhaltigkeit nicht als isoliertes Projekt zu verstehen, sondern als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie. In vielen Organisationen berichtet diese Funktion direkt an die Geschäftsführung oder den Vorstand und berät bei strategischen Entscheidungen.

Ein zentraler Aufgabenbereich ist das ESG-Management – also die systematische Steuerung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen. Insbesondere durch neue regulatorische Anforderungen wie die europäische CSRD-Richtlinie ist das Nachhaltigkeitsreporting stark professionalisiert worden. Derdie Leiterin Nachhaltigkeit verantwortet die Erstellung von Berichten nach anerkannten Standards (etwa GRI oder EU-Taxonomie), baut belastbare Datenstrukturen auf und koordiniert die Zusammenarbeit mit Controlling, Compliance, Rechtsabteilung und Wirtschaftsprüfern. Nachhaltigkeit wird dadurch messbar, vergleichbar und zunehmend prüfungssicher.

Auf operativer Ebene steuert die Funktion häufig das Umwelt- und Klimamanagement. Dazu gehören die Erstellung von CO₂-Bilanzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1 bis 3), die Entwicklung von Reduktionspfaden sowie Maßnahmen zur Energie- und Ressourceneffizienz. Auch die Umsetzung gesetzlicher Anforderungen wie des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes fällt oft in diesen Verantwortungsbereich. Dabei geht es nicht nur um Risikominimierung, sondern auch um Innovationspotenziale – etwa durch neue Materialien, nachhaltige Produktdesigns oder zirkuläre Geschäftsmodelle. Gleichzeitig ist die Rolle stark kommunikativ geprägt. Nachhaltigkeit betrifft alle Unternehmensbereiche – vom Einkauf über die Produktion bis hin zu Marketing und Vertrieb. Derdie Head of Sustainability wirkt daher als interne Schnittstelle und Change-Managerin: Prozesse müssen angepasst, Mitarbeitende geschult und Zielkonflikte moderiert werden. Nach außen pflegt die Funktion den Dialog mit Investoren, Kund*innen, NGOs und weiteren Stakeholdern. Glaubwürdigkeit, Transparenz und strategische Kommunikation sind entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und Greenwashing-Vorwürfe zu vermeiden.

Darüber hinaus initiiert und steuert die Leitung Nachhaltigkeit konkrete Projekte – von Energieeffizienzprogrammen über Impact-Messungen bis hin zur Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle. In vielen Unternehmen ist die Position auch Treiberin für Innovation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Qualifikation, Wirkung und Verantwortung: Warum der*die Head of Sustainability zur Schlüsselfigur der Transformation wird

Die beruflichen Hintergründe sind vielfältig: Umwelt- oder Nachhaltigkeitswissenschaften, Betriebswirtschaft mit ESG-Schwerpunkt, Ingenieurwesen oder politische Studiengänge sind häufig vertreten. Entscheidend sind jedoch weniger formale Abschlüsse als vielmehr strategisches Denken, analytische Kompetenz, regulatorisches Verständnis, unternehmerisches Handeln und ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten. Wer in dieser Rolle erfolgreich sein will, muss wirtschaftliche Logik mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung verbinden können.

In mittelständischen Unternehmen bedeutet die Position oft Pionierarbeit und Aufbau von Strukturen. In Konzernen ist sie stärker spezialisiert und in komplexe Governance-Strukturen eingebettet. In jedem Fall ist der*die Head of Sustainability eine Schlüsselfigur der Transformation – mit wachsender Bedeutung in einer Wirtschaft, die zunehmend unter Nachhaltigkeitskriterien bewertet wird.

Kurz gesagt: Die Leitung Nachhaltigkeit ist nicht nur Hüterin ökologischer Standards, sondern Architektin eines zukunftsfähigen Geschäftsmodells.

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Marcus Noack

Der Unternehmer und Journalist studierte Internationale Betriebswirtschaft in Valencia, nachdem er eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert und in der Öffentlichkeitsarbeit der IHK Berlin tätig gewesen war. Früh sammelte er zudem internationale Berufserfahrung durch ein einjähriges Arbeitsengagement im spanischen San Sebastián.

Seit 2006 entwickelt und betreibt er digitale Plattformen mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit. 2010 gründete er das grüne Karriereportal JOBVERDE sowie die nachhaltige Produkt- und Unternehmenssuche LifeVERDE. In seinen publizistischen Arbeiten widmet er sich insbesondere Themen mit positiver gesellschaftlicher Wirkung — darunter Natur, Sport, Wirtschaft und gesellschaftliche Transformation.

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