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Einsatz gegen die Klimakrise: PLANT-FOR-THE-PLANET

Zuletzt aktualisiert am Februar 3, 2026

PLANT-FOR-THE-PLANET ist eine Organisation, die sich mit Renaturierung und dem Pflanzen von Bäumen gegen den Klimawandel stellt und dabei Kinder und Jugendliche in den Fokus setzt.

PLANT-FOR-THE-PLANET ist aus der Idee entstanden, dass Kinder Bäume pflanzen, um so gegen die Klimakrise zu kämpfen. Mittlerweile umfasst die Initiative neben dem Pflanzen von Bäumen und Renaturierungsprozessen auch noch weitere wichtige Tätikeiten, die allesamt dem Kampf gegen die Klimakrise dienen. Kinder und Jugendliche nehmen hier eine zentrale Rolle ein, weil sie für ihre Zukunft kämpfen. Und auch als Ausbildungspartner steht  PLANT-FOR-THE-PLANET zur Seite und bietet jungen Menschen, die sich für Klimagerechtigkeit und Umweltschutz interessieren, eine berufliche Zukunft. 


Bild: PLANT-FOR-THE-PLANET

JOBVERDE: Wie hat sich die Vision von PLANT-FOR-THE-PLANET seit der Gründung entwickelt, und welche Meilensteine wurden erreicht?

CAROLINE GUSINDA (Geschäftsleiterin, HR & Finanzen): PLANT-FOR-THE-PLANET wurde 2007 von dem damals neunjährigen Felix Finkbeiner mit einer einfachen Vision gegründet: Kinder pflanzen Bäume, um gegen die Klimakrise zu kämpfen. Aus dieser kindlichen Idee ist über die Jahre eine globale internationale Bewegung geworden, die weit über das Bäumepflanzen hinausgeht.

Unsere Vision hat sich mit dem wachsenden Verständnis für die Komplexität der Klimakrise weiterentwickelt. Heute steht PLANT-FOR-THE-PLANET für eine wissenschaftsbasierte, globale Bewegung.

Dazu empowern wir junge Menschen, sich jetzt für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen und schützen und renaturieren Waldökosysteme. Außerdem betreiben wir Forschung und bieten kostenlose Software-Tools sowie Beratung für Renaturierungsorganisationen auf der ganzen Welt. Auch versuchen wir politische Entscheidungsprozesse zu beeinflussen und sind beispielsweise auf den UN-Klimakonferenzen mit einer Delegation vertreten.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung weltweiter Aufforstungsprojekte, und wie begegnet eure Organisation diesen? 

Als Organisation, die weltweit Renaturierungsprojekte unterstützt und selbst betreibt, sehen wir uns natürlich mit Herausforderungen konfrontiert. Eine der größten ist die Klimakrise selbst – mit Dürren, Hitzewellen und Waldbränden. Wir setzen daher auf sorgfältige Standortwahl und auf wissenschaftlich fundierte Pflanzstrategien, die wir mit Renaturierungs-Expert*innen ausarbeiten. Gleichzeitig nutzen wir auch auf unseren eigenen Standorten unsere IT-Tools, die wir auch anderen Organisationen und Projekten kostenlos anbieten: Zum Beispiel die FireAlert-App, um Brände mithilfe von NASA-Satellitendaten schneller ausfindig zu machen und die TreeMapper-App, mit der wir die gepflanzten Bäume tracken können. 

Ein weiteres zentrales Thema ist die soziale Dimension. Viele Studien bestätigen, dass Renaturierung nur im Einklang mit der lokalen Bevölkerung langfristig erfolgreich sein kann. Deshalb arbeiten wir eng mit Gemeinden vor Ort zusammen, schaffen grüne Arbeitsplätze und stellen sicher, dass die Menschen vor Ort aktiv in die Projekte eingebunden sind. 

Unser Ziel ist es nicht nur, Bäume zu pflanzen, sondern intakte Ökosysteme wiederherzustellen – und das braucht Geduld, Wissen und eine globale Zusammenarbeit.

Wie stellt ihr sicher, dass die gepflanzten Bäume langfristig erhalten bleiben und nicht wieder abgeholzt werden? 

Ein zentraler Punkt unserer Arbeit ist die langfristige Wirkung. Deshalb pflanzen wir 90 Prozent unserer Bäume in Mexiko in ausgewiesenen Naturschutzgebieten – dort ist Abholzung gesetzlich verboten. Doch allein auf Gesetze zu vertrauen, reicht oft nicht aus: Wir setzen daher zusätzlich auf Transparenz und Kontrolle. Unser vierköpfiges Monitoring-Team vor Ort dokumentiert täglich jede Pflanzung mit der TreeMapper-App. So können wir exakt nachvollziehen, wann und wo welcher Baum gepflanzt wurde.

Wie können Einzelpersonen oder Unternehmen PLANT-FOR-THE-PLANET unterstützen, abgesehen von Spenden? 

Es gibt viele Wege, sich unserer Initiative anzuschließen! Wer sich ehrenamtlich aktiv einbringen will, kann zum Beispiel Moderator*in für unsere Akademien für Klimagerechtigkeit werden. Akademien sind 1-Tagesveranstaltungen für Kinder und Jugendliche von 9 bis 14 Jahren, die von Moderator*innen und bereits ausgebildeten Kindern, den Botschafter*innen für Klimagerechtigkeit, durchgeführt werden. Im Verlauf der Akademie pflanzen die Kinder ihre ersten Bäume und planen eigene Aktionen, um andere Kinder und Erwachsene für das Thema Klimagerechtigkeit zu sensibilisieren und zum Handeln zu motivieren. 

Unternehmen können PLANT-FOR-THE-PLANET auf vielfältige Weise unterstützen, zum Beispiel als Unternehmenspartner. Mit einem virtuellen Unternehmenswald können sie die Wirkung ihres Engagements für Kund*innen und Mitarbeitende sichtbar machen. Oder sie können mit Produktverkäufen Bäume pflanzen, die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu Botschafter*innen für Klimagerechtigkeit fördern und unsere Waldschutz-Tools und Apps unterstützen. Auch über nachhaltige Events oder Kundenaktionen mit der „Guten Schokolade“ können Unternehmen echte Wirkung erzielen. Allgemein unterstützt der Kauf unserer „Guten Schokolade“ auf leckere Weise unsere Pflanzprojekte. Für jeweils 5 verkaufte Tafeln können wir einen Baum pflanzen. 

Und natürlich: Wir freuen uns immer über Bewerbungen von Menschen, die mit uns gemeinsam etwas bewegen wollen!

Welche Rolle spielen Kinder und Jugendliche bei PLANT-FOR-THE-PLANET und wie motiviert ihr sie, sich zu engagieren? 

Kinder und Jugendliche spielen bei PLANT-FOR-THE-PLANET eine zentrale Rolle – sie sind die treibende Kraft unserer Initiative. Über 100.000 junge Menschen in 76 Ländern wurden bereits in 1.866 Akademien zu Botschafter*innen für Klimagerechtigkeit ausgebildet. Sie halten Vorträge, organisieren Pflanzaktionen und motivieren andere, sich für die Zukunft unseres Planeten einzusetzen. 

Wir fördern dieses Engagement gezielt durch verschiedene Formate wie regelmäßige Kinderkonferenzen, Youth Summits und Online-Talks. Besonders motivierend ist dabei, dass sie echte Mitgestaltungsmöglichkeiten haben – etwa durch eine Bewerbung für das Global Ambassadors Council, unseren Jugendvorstand.

Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse beeinflussen eure Arbeit zur Renaturierung und Klimagerechtigkeit?

Unsere Arbeit bei PLANT-FOR-THE-PLANET wird stark von wissenschaftlichen Erkenntnissen geprägt, zum Beispiel durch unseren Restoration Research Park im Balam-Kú Regenwald in Mexiko. Dort erforschen wir, wie zerstörte Wälder langfristig wiederhergestellt werden können. Es geht dabei nicht nur darum, Bäume zu pflanzen, sondern komplexe Ökosysteme mit all ihrer biologischen Vielfalt und Widerstandsfähigkeit zurückzubringen. In über 129 Hektar großen Versuchsflächen führen wir dazu Langzeitstudien durch, deren Ergebnisse auch anderen Wiederbewaldungsprojekten weltweit zugutekommen sollen. 

Mit unserem Team aus Ökolog*innen, Botaniker*innen und lokalen Expert*innen entwickeln wir wissenschaftlich fundierte Renaturierungskonzepte und teilen dieses Wissen über unser Beratungsnetzwerk mit anderen Organisationen. Auch die Waldprojekte auf unserer Plattform suchen wir nach wissenschaftlichen Kriterien aus. Unser “Restoration Project Review Board”, ein unabhängiger 5-köpfiger Ausschuss, prüft, ob Projekte unsere Standards erfüllen und unsere Plattform nutzen dürfen. Teil des Boards ist Stuart Pimm, Professor für Naturschutzökologie an der Duke Universität und einer der weltweit führenden Experten zum Thema Artensterben. Klimagerechtigkeit bedeutet für uns dabei auch, eng mit der lokalen Community zusammenzuarbeiten, ihre Perspektiven einzubeziehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig sind.

Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sind für eine Karriere bei PLANT-FOR-THE-PLANET besonders wichtig? 

SARA HABE (HR-Mitarbeiterin und Assistentin der Geschäftsleitung): Für eine Karriere bei uns zählen vor allem Begeisterung und Überzeugung für unsere Mission: Wälder weltweit wiederherzustellen, junge Menschen zu empowern und aktiv gegen die Klimakrise vorzugehen. 

Wir suchen Menschen, die nicht nur fachlich gut aufgestellt sind, sondern sich auch mit unseren Werten identifizieren – wie Diversität, Zusammenarbeit und Verantwortungsbewusstsein. Als Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt setzen wir uns für ein Arbeitsumfeld ein, in dem unterschiedliche Perspektiven und Talente wertgeschätzt werden. 

Da wir in interdisziplinären Teams arbeiten, von IT über Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Empowermentarbeit und Renaturierung, gibt es bei uns viele verschiedene Möglichkeiten, sich einzubringen. Entsprechend vielfältig sind auch die gesuchten Qualifikationen: Ob analytisches Denken, Kommunikationsstärke, Kreativität, Projektmanagement-Skills oder technisches Know-how – bei uns zählt, was du mit Leidenschaft einbringst.

Wie sieht der typische Arbeitsalltag in eurer Organisation aus?

Unser Arbeitsalltag ist so vielfältig wie unser Team. Wir arbeiten hybrid: Einige von uns arbeiten im Home Office, viele auch in unserem Büro in Tutzing – mit Blick auf den Starnberger See, was definitiv ein Highlight ist. 

Dank Gleitzeit lässt sich der Arbeitstag flexibel gestalten. Ein täglicher gemeinsamer Moment ist unser selbst gekochtes und vegan/vegetarisches Mittagessen um 13 Uhr. 

Regelmäßige Meetings, Austauschformate und Veranstaltungen sorgen dafür, dass wir trotz unterschiedlicher Standorte eng miteinander verbunden bleiben. Besonders spannend ist der internationale Austausch, zum Beispiel mit Kolleg*innen aus Spanien, Ghana oder Mexiko – hier entsteht echtes globales Teamwork.

Bietet Ihr Ausbildungsprogramme oder Praktika für junge Menschen an, die sich für Umweltschutz engagieren möchten?

Ja, absolut – junge Menschen, die sich für Klimagerechtigkeit und Umweltschutz begeistern, sind bei uns genau richtig! Wir bieten verschiedene Einstiegsmöglichkeiten an, um aktiv mitzuwirken und praktische Erfahrungen zu sammeln: Eine davon ist das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), das wir jedes Jahr in Tutzing anbieten. Hier können junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren ein Jahr lang praktische Erfahrungen im Bereich Umweltschutz sammeln. Darüber hinaus bieten wir auch Plätze für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) und ebenfalls in Tutzing Praktikumsplätze bis zu drei Monaten an.

Welche Karrierewege gibt es innerhalb Ihrer Organisation, und welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?

Wir legen großen Wert darauf, die Interessen und Stärken unserer Mitarbeiter*innen zu fördern. Wir unterstützen Weiterbildungen und bieten auch Führungskräfte-Workshops und Englischkurse an, die die fachlichen und persönlichen Fähigkeiten unserer Teammitglieder weiter ausbauen. 

Einige junge Menschen haben bei uns als Botschafter*innen für Klimagerechtigkeit gestartet und sind nun in unterschiedlichen Positionen Teil des Teams. 

Unsere Organisation ist außerdem der ideale Ort für Menschen, die sinnstiftend arbeiten möchten. Hier geht es nicht nur darum, Bäume zu pflanzen, sondern auch Wissen weiterzugeben und gemeinsam mit einem Team von Gleichgesinnten an Lösungen für die Klimakrise zu arbeiten. Bei uns haben die Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, in einem Umfeld zu arbeiten, das von gemeinsamen Werten geprägt ist. Und das tut jeden Tag richtig gut.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Marcus Noack

Ich bin Unternehmer und Journalist.
Nach einer Ausbildung zum Bürokaufmann und einem Job in der Öffentlichkeitsarbeit der IHK Berlin habe ich internationale BWL im schönen Valencia, Spanien studiert. Vorher lebte und arbeitete ich als Bürokaufmann ein Jahr im Norden von Spanien, in San Sebastian.

Seit 2006 entwickle und betreibe ich verschiedene Internetportale, hauptsächlich zu nachhaltigen Themen.

2010 habe ich das grüne Karriereportal JOBVERDE und die nachhaltige Produkt- und Unternehmenssuche LifeVERDE gegründet.

Meine Leidenschaft ist es, über Themen zu schreiben, die die Welt positiv beeinflussen: Natur, Sport, Wirtschaft und Gesellschaft sind dabei meine Haupt-Themen.

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