Nachhaltigkeit ist bei DEKRA kein isoliertes Projekt, sondern fest in der Unternehmensstrategie IMPACT 2030+ verankert. Im Interview mit susTALENTS.de erklärt Ruben von Ristok, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement bei DEKRA, wie ESG-Themen, Corporate Social Responsibility und nachhaltiges Personalmanagement in der Praxis umgesetzt werden. Er spricht über die Bedeutung transparenter Nachhaltigkeitskommunikation, die Rolle von Diversity & Inclusion sowie darüber, wie Mitarbeitende aktiv in die Transformation der Arbeitswelt eingebunden werden. Dabei wird deutlich, wie DEKRA Sicherheit, Zukunftsfähigkeit und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet.

INTERVIEW

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susTALENTS.de: Welche Rolle spielt Corporate Communications bei DEKRA, um Ihre Vision einer sicheren und nachhaltigen Welt glaubwürdig nach innen und außen zu vermitteln?

Bild: DEKRA-Ruben-von-Ristok

Ruben von Ristok: Corporate Communications spielt dabei eine zentrale Rolle – gerade weil Nachhaltigkeit häufig mit Zielkonflikten verbunden ist und selten einfache Antworten zulässt. Die Aufgabe der Kommunikation dabei ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen, Entscheidungen nachvollziehbar zu erklären und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen. Dabei geht es nicht nur darum, Ergebnisse zu kommunizieren, sondern auch den Weg dorthin transparent darzustellen. Ein gutes Beispiel ist die Weiterentwicklung unserer Klimastrategie: Wir verabschieden uns von vereinfachten Klimaneutralitätsclaims, die primär auf Offsetting basieren, und setzen stärker auf reale Emissionsreduktionen sowie hochwertige, langfristige Projekte im Rahmen unseres DEKRA Climate Impact Program. Vertrauen entsteht für uns genau daraus: aus einer ehrlichen Kommunikation, die Fortschritte sichtbar macht, ohne Herausforderungen auszublenden. Das passt auch zu unserer Unternehmensstrategie IMPACT 2030+, mit der wir Sicherheit, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit langfristig miteinander verbinden.

susTALENTS.de: Wie setzen Sie ESG-Themen bei DEKRA konkret um – und wie stellen Sie sicher, dass diese Maßnahmen verständlich und transparent kommuniziert werden?

ESG ist bei DEKRA kein separates Programm, sondern eng mit unserer Strategie IMPACT 2030+ verknüpft. Mit unseren drei Business Drivern Future Mobility, Digital Trust und Sustainability adressieren wir zentrale Zukunftsthemen und schaffen gleichzeitig einen Rahmen für unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten. Im Umweltbereich liegt ein klarer Fokus auf der Reduktion von Emissionen, unterstützt unter anderem durch einen internen CO₂-Preismechanismus. Gleichzeitig verfolgen wir ambitionierte Ziele in den Bereichen Arbeitssicherheit, Qualifizierung, Diversity sowie Integrität und Compliance.

Für die Kommunikation setzen wir auf transparente Berichterstattung entlang etablierter Standards wie den GRI-Standards und ergänzen diese durch zielgruppengerechte Formate. Unser Anspruch ist es, nicht nur Maßnahmen zu beschreiben, sondern Fortschritte, Zielsetzungen und auch bestehende Herausforderungen nachvollziehbar darzustellen.

susTALENTS.de: Wie wird Corporate Social Responsibility bei DEKRA im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt und nicht nur strategisch definiert?

CSR zeigt sich bei uns sowohl im Kleinen als auch auf Unternehmensebene. Im Alltag gibt es viele Initiativen, die von Mitarbeitenden selbst getragen werden – etwa Kleidertauschbörsen, Spendenaktionen oder lokale Engagementformate. Solche Aktivitäten machen Nachhaltigkeit greifbar und fördern Beteiligung. Gleichzeitig übernehmen wir auch auf strategischer Ebene Verantwortung. Mit unserem DEKRA Climate Impact Program bündeln wir unser Engagement in langfristigen und wirkungsorientierten Klima- und Umweltschutzprojekten. Wichtig ist für uns, beide Ebenen miteinander zu verbinden. Nachhaltigkeit soll nicht nur Teil unserer Strategie sein, sondern auch erlebbarer Bestandteil unserer Unternehmenskultur.

susTALENTS.de: Welche Ihrer Arbeitgeberwerte werden aktuell am stärksten von Mitarbeitenden eingefordert – und wie reagieren Sie darauf?

Besonders wichtig sind heute Werte wie Sinnhaftigkeit, Transparenz, Integrität und Entwicklungsmöglichkeiten. Mitarbeitende möchten verstehen, welchen Beitrag ihre Arbeit zu Sicherheit, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Fortschritt leistet. Gleichzeitig erwarten sie Perspektiven für ihre persönliche und fachliche Entwicklung sowie moderne und flexible Arbeitsmodelle. Nachhaltigkeit wird dabei oft nicht explizit eingefordert, die dahinterliegenden Erwartungen – verantwortungsvolles Handeln, langfristige Orientierung und gesellschaftliche Verantwortung – sind jedoch sehr präsent.

Wir reagieren darauf mit transparenter Kommunikation, gezielten Weiterbildungsangeboten, klaren Führungsprinzipien und Rahmenbedingungen für modernes Arbeiten. Entscheidend ist, dass unsere Werte im Alltag erlebbar werden.

susTALENTS.de: Wie gestalten Sie bei DEKRA nachhaltiges Personalmanagement in der Praxis, insbesondere im Hinblick auf Qualifizierung und langfristige Mitarbeiterbindung?

Nachhaltiges Personalmanagement bedeutet für uns, langfristig in die Entwicklung unserer Mitarbeitenden zu investieren. Dazu gehören kontinuierliche Qualifizierung, insbesondere in Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit, sowie die gezielte Förderung interner Karrierewege. Ein wichtiges Instrument ist unsere globale Mitarbeiterbefragung. Sie liefert wertvolle Einblicke in Themen wie Führung, Entwicklungsmöglichkeiten oder Arbeitsbedingungen. Entscheidend ist dabei nicht die Befragung selbst, sondern der konsequente Dialog und die Umsetzung konkreter Maßnahmen. Langfristige Mitarbeiterbindung entsteht aus unserer Sicht durch die Kombination aus Entwicklungsmöglichkeiten, klarer Werteorientierung und ernsthaftem Einbeziehen von Feedback.

susTALENTS.de: Welche konkreten Maßnahmen setzen Sie um, um Diversity und Inclusion im Unternehmen zu fördern und messbar voranzubringen?

Diversity & Inclusion verstehen wir als strategischen Erfolgsfaktor. Grundlage sind globale Richtlinien, klare Governance-Strukturen und messbare Ziele – beispielsweise für Diversität in Führungspositionen. Zu den konkreten Maßnahmen zählen unser internationales Frauennetzwerk, das globale Mentoring-Programm „Grow Beyond“, genderneutrale Stellenausschreibungen, diverse Shortlists im Recruiting sowie Trainings- und Sensibilisierungsmaßnahmen.

Gleichzeitig messen wir Fortschritte anhand zentraler Kennzahlen und entwickeln unsere Programme kontinuierlich weiter. Unser Ziel ist es, Diversity & Inclusion nicht nur zu fördern, sondern systematisch im Unternehmen zu verankern.

susTALENTS.de: Wie verändert sich die Arbeitswelt bei DEKRA aktuell – und welche Schritte unternehmen Sie, um Mitarbeitende in dieser Transformation aktiv zu begleiten?

Ruben von Ristok: Die Arbeitswelt verändert sich bei DEKRA vor allem durch Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und die zunehmende Internationalisierung unserer Organisation. Diese Entwicklungen prägen auch die Zukunftsthemen unserer Strategie IMPACT 2030+, insbesondere im Bereich Digital Trust.

Wir begleiten diese Transformation seit Jahren aktiv – zunächst durch ein konzernweites Programm, um auf die Themen der Digitalisierung aufmerksam zu machen, sowie heute verstärkt durch Pilotprojekte und konkrete Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig investieren wir in Qualifizierung, Sprachtrainings und internationale Austauschformate. Unser Ziel ist es, Mitarbeitenden Orientierung zu geben und sie dabei zu unterstützen, die erforderlichen Kompetenzen für die Zukunft aufzubauen.

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susTALENTS.de: Welche Bedeutung hat transparente Nachhaltigkeitskommunikation für DEKRA angesichts steigender regulatorischer Anforderungen und wachsender Erwartungen von Stakeholdern?

Ruben von Ristok: Transparente Nachhaltigkeitskommunikation ist für uns weit mehr als eine regulatorische Pflicht. Sie ist eine zentrale Voraussetzung für Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Gerade bei Themen wie ESG oder der CSRD entstehen komplexe Anforderungen, die Unternehmen verständlich und nachvollziehbar kommunizieren müssen. Gleichzeitig bietet die Auseinandersetzung mit diesen Anforderungen die Chance, Prozesse, Daten und Zielsetzungen weiter zu schärfen.

Unser Ansatz ist deshalb klar: Wir setzen regulatorische Anforderungen konsequent um und verstehen Transparenz als strategisches Instrument. Sie hilft uns, Fortschritte sichtbar zu machen und Vertrauen bei Mitarbeitenden, Kunden, Partnern und der Gesellschaft zu stärken.

Bildunterschrift: 

Das Team des DEKRA Nachhaltigkeitsmanagements zusammen mit NABU Expertinnen und Experten bei der Einweihung des NABU-Projektgebiets Bündtlisried am Bodensee, das im Rahmen des DEKRA Climate Impact-Programms unterstützt wird. Foto: DEKRA

Über DEKRA

Seit mehr als 100 Jahren steht DEKRA für Sicherheit. 1925 mit dem ursprünglichen Ziel gegründet, die Verkehrssicherheit durch Fahrzeugprüfungen zu gewährleisten, hat sich DEKRA zur weltweit größten unabhängigen nicht börsennotierten Sachverständigenorganisation im Bereich Prüfung, Inspektion und Zertifizierung entwickelt. Heute begleitet das Unternehmen als globaler Partner seine Kunden mit umfassenden Dienstleistungen und Lösungen, um Sicherheit und Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben. Im Jahr 2025 hat DEKRA einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro erzielt. Mehr als 48.000 Mitarbeitende sind in etwa 60 Ländern auf fünf Kontinenten mit qualifizierten und unabhängigen Expertendienstleistungen im Einsatz. DEKRA gehört mit dem Platinum-Rating von EcoVadis zum besten 1% der nachhaltigsten Unternehmen weltweit.

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Marcus Noack

Nach meiner Ausbildung zum Bürokaufmann war ich zunächst in der Öffentlichkeitsarbeit der IHK Berlin tätig. Schon früh hat mich jedoch die internationale Perspektive begeistert. Deshalb zog es mich für ein Jahr nach San Sebastián in Spanien, wo ich wertvolle berufliche Erfahrungen sammeln konnte. Anschließend studierte ich Internationale Betriebswirtschaft in Valencia. Die Kombination aus wirtschaftlichem Know-how, internationalem Umfeld und meiner Leidenschaft für Kommunikation prägt meine Arbeit bis heute – sowohl als Unternehmer als auch als Journalist.

Kategorien: Magazin

Marcus Noack

Nach meiner Ausbildung zum Bürokaufmann war ich zunächst in der Öffentlichkeitsarbeit der IHK Berlin tätig. Schon früh hat mich jedoch die internationale Perspektive begeistert. Deshalb zog es mich für ein Jahr nach San Sebastián in Spanien, wo ich wertvolle berufliche Erfahrungen sammeln konnte. Anschließend studierte ich Internationale Betriebswirtschaft in Valencia. Die Kombination aus wirtschaftlichem Know-how, internationalem Umfeld und meiner Leidenschaft für Kommunikation prägt meine Arbeit bis heute – sowohl als Unternehmer als auch als Journalist.

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